In den 80ern war es endlich soweit - Deutschland, genauer gesagt Westdeutschland, hatte seine erste eigene Jugendkultur, die sogenannten Popper. Folgten vorherige Jugendkulturen bislang stets dem Vorbild meist angloamerikanischer, teils politisch motivierten Bewegungen und somit auch ihren Modetrends,  gaben sich Popper extrem unpolitisch und vielen mehr durch ihr konsumorientiertes Verhalten auf, was sie auch in ihrer Kleidung nach außen trugen. Chice, feine und möglichst teure Markenware musste es sein. Understatement war für Popper ein Fremdwort. Man wollte auffallen und auch Zeigen was man sich leisten konnte. X-beliebige No-Name Klamotten kamen eben so wenig in Frage, wie ordinäre Turnschuhe oder der damals beliebte Modeschmuck aus Plastik. Nein, Popper trugen vorwiegend Textilien internationaler Designerlabels, wie Lacoste, Burberry oder Benetton und gefielen sich in der Rolle des weltmännischen Bürgers, der Eleganz und Exklusivität zur obersten Prämisse seines Auftretens macht. Der mobile Popper stellte selbst während der Fahrt auf dem Mofa, der Vespa oder dem beliebten Golf Cabrio zur Schau, was er sich leisten konnte.

Sowohl der weibliche, als auch der männliche Popper trug in den Achtzigern gerne Pollunder und Poloshirts, entweder einfarbig, oft creme- beziehungsweise pastellfarben oder in ebenfalls angesagten Karomustern. Kombiniert wurden auch gerne besagte Poloshirts oder Hemden, zusammen mit einem Pullover aus Wolle oder noch exklusiver: aus edler Kaschmirwolle. An kälteren Tagen wurde darüber noch eine Strickjacke getragen - seltener auch ein Mantel oder eine Wachsjacke. Männliche Popper banden sich gerne Krawatten um, häufig extrem dünne, aus schwarzem Leder und weibliche Popper oftmals ein leichtes Seidentuch. Bundfaltenhosen aus Stoff waren bei beiden Geschlechtern gleichermaßen beliebt. Das schöne Geschlecht konnte jedoch auch auf knielange Röcke zurückgreifen, die sich hervorragend mit einer Bluse kombinieren ließen. An den Füßen trug Mann beinahe ausschließlich Slippers aus Leder, in verschiedensten Farben. Frau schmückte ihre Füße auch mit edlen Ballerinas. Ein gepflegtes Makeup war für eine richtige “Popperin” ein Muss. Allerdings wurde stets penibel darauf geachtet, sich ja nicht zu überschminken oder zu schrille Farben zu wählen.

Popper der 80er erinnerten von ihrem äußeren Erscheinungsbild und ihrer Attitüde her, beinahe unwillkürlich an das Klischee des versnobten englische Internatsschülers aus gutem Hause und waren bei anderen Jugendlichen meist nicht besonders gut gelitten.

No Responses to “Popper-Mode”

Leave a Reply