Ein Power Suit, die Kleidung für die “starke“ und durchsetzungsfähige Frau der 80er. Power Suit schlichtweg mit Hosenanzug zu übersetzen, wäre nicht nur teilweise Falsch, sondern würde auch bei weitem nicht ausreichen. Power Suits, ursprünglich vertrieben unter Ralph Lorens Edel-Modelabel Polo Fashions (Das übrigens nicht, wie irrtümlich oft angenommen, Namensgeber der Polo-Hemden ist), sind vielmehr Anzüge für “Power-Frauen”. Diese Kraft wird versinnbildlicht durch scharfe Schnitte, harte Materialien und äußerst spitz zulaufende Schulterpolster, die neben Seriosität, Grad- bzw. Zielstrebigkeit auch Unnahbarkeit signalisieren. Ein Anzug der zum Sinnbild der stets akkurat gekleideten, leicht unterkühlt wirkenden, erfolgreichen Geschäftsfrau und der reichen Society-Ladie der 80er avancierte. Eine typische Powerfrau war seinerzeit die britische Schauspielerin Joan Collins, die diese Rolle nicht nur als das “das Biest” Alexis in der US-Fernsehserie Denver Clan verkörperte, sondern auch im privaten Leben.
Zum Oberteil wurden sowohl Hosen, als auch Röcke getragen. Natürlich durfte auch hier die für Power Suits obligatorische Starre und Ernsthaftigkeit nicht fehlen. Der Rock war niemals zu “mini” aber auch niemals zu lang. Ganz nach dem Motto: Soviel Bein wie nötig, so wenig wie möglich.
Anders als vielleicht zu erwarten, war die Farbgebung und Musterung der Stoffe eher nicht bieder und schlicht. Streifen und Karomuster waren ebenso üblich wie Pastellfarben.